Technologieprogramm „Autonomik für Industrie 4.0“ – ein Thema für den Mittelstand?

 


Hier geht‘s zu Industrie 4.0:

Sind autonome und simulationsbasierte Systeme ein Thema für den Mittelstand?

 

Berlin 2015, Industrie 4.0: Als externer Berater und Moderator sehe ich die zielgruppengerechte Aufbereitung, Koordinierung, Zusammenführung als notwendige Dienstleistung im Mittelpunkt an. In diesem Beitrag habe ich Fakten, Strömungen und Tendenzen des gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Umfelds sowie Beiträge zur Begriffserklärung zusammengetragen.

 


 

Ein Thema für den Mittelstand oder der gesamten Gesellschaft?

Anforderungen

Die Anforderung für die nächsten Jahre heißt, hochflexible Produktion individueller, digital kommunizierender Produkte und damit in Verbindung stehende Dienstleistungen für Mittelstand, Industrie und Endverbraucher zu entwickeln und im Markt zu platzieren.

Wertschöpfungsprozesse werden sich dazu ändern und grundsätzlich neue Geschäftsmodelle sind die Folge. Nur wenn der deutsche Mittelstand diese Herausforderung meistert, kann die heutige Spitzenstellung behauptet werden. Innovation und Umsetzung der vierten industrielle Revolution „Industrie 4.0“ – ist der Schlüssel für diesen Wandel.

Die gesellschaftliche Entwicklung wird nachgeführt werden müssen. Lebenslange Bildung, gefördert durch IHK und Handwerkskammer. Die Politik kann dazu heute bereits den Mittelstand entlasten und so die politischen Grundlagen für eine digitale Bildungsoffensive schaffen.

 

Die Herausforderung von Industrie 4.0 liegt vor allem darin, die in Deutschland vorhandene Exzellenz im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungstechnik, der Logistik, der Elektrotechnik sowie in den Informations- und Kommunikationstechnologien zu bündeln. 

 

Unser Ziel muss es sein, international akzeptierte Normen und Standards für die Produktion aus Deutschland heraus zu setzen. Bei erforderlichen Internet-Technologien müssen sich Deutschland und Europa stärker positionieren.“ sagte Staatssekretärin Brigitte Zypries (SPD) während der Konferenz „Autonomik Innovation Days“.

 

 

Industrie 4.0 - energie-, umwelt-, ressourcenschonende Fertigung
Industrie 4.0 im Überblick

 


Der Markt hat sich verändert

Von der bisherigen angestrebten hohen Automatisierung mit Zielvorgabe schneller, besser, billiger, gehen die Zielvorgaben hin zu individualisierten Produkten: Fertigung von minimnalen Losgrößen ab ein Stück (1), dabei steht die energie-, umwelt-, ressourcenschonende Fertigung von hybriden Produkten im Fokus.

Eine Studie von BITKOM und Frauenhofer Institut beziffert das Wertschöpfungspotenzial von Industrie 4.0-Technologien allein für die Branchen Maschinen- und Anlagenbau / Elektrotechnik / Automobilbau / chemische Industrie / Landwirtschaft / Informations- und Kommunikationstechnik bis zum Jahr 2025 auf 78 Milliarden Euro.
Link zur Quelle: http://www.bitkom.org/files/documents/Studie_Industrie_4.0.pdf Anwendungen für Endverbraucher, wie sie mit smart Home Produkten umschrieben werden, sind dabei noch nicht eingerechnet.

 


Voraussetzungen der Infrastruktur

Timotheus Höttges (Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG) sagte anlässlich des IT Gipfels 10/2014: „Die erste Halbzeit der Digitalisierung haben wir in Europa verloren“. Höttges fordert die verstärkte Anstrengung, um eine Industrie 4.0 überhaupt möglich zu machen. Wenn mit diesem Schlagwort im Besonderen die vernetzte, digitalisierte Wertschöpfung bezeichnet wird, so sind Breitband-Versorgung und flächendeckende LTE-Versorgung im Mobilfunk eine der notwendigen Voraussetzung. Damit sind die Anbieter von Leistungen der Telekommunikation, als einer der wichtigsten Partner für den Mittelstand benannt.

 


Besorgnis erregende Ignoranz überwinden

Bis zum Jahr 2017 will die Bundesregierung ca. 500 Mill. Euro Fördermitteln für die Digitalwirtschaft bereitstellen. Mit dem Geld werden ebenso fünf „Kompetenzzentren“ für den Mittelstand finanziert, die Wissen über die Chancen und Herausforderungen der Industrie 4.0 vermitteln müssen. Warum ist das nötig? Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nutzt wohl zu recht das Wort besorgniserregend mit Blick auf die ablehnende Einstellung der mittelständigen Wirtschaft: „… 70 Prozent des Mittelstands bei einer Umfrage sagen, IT betrifft sie nicht vorrangig …“. Also doch ein Thema für den Mittelstand?

Quelle: http://www.bmwi.de/DE/Themen/Industrie/Industriepolitik/moderne-industriepolitik.html

Doch es geht noch weiter: Prof. Peter Befingre (Wirtschaftsweise) am 15.01.2015 anlässlich 120 Jahresfeier des Fachmedium MM MaschinenMarkt (Vogel Business Media, Würzburg)

„Die Investitionstätigkeit der deutschen Wirtschaft ist so gering wie noch nie, ausgerechnet jetzt, im großen Zinstief! Machen Sie es nicht wie die schwäbische Hausfrau und sparen Sie Geld. Haben Sie Mut zur Investition! Die deutsche Wirtschaft ist über hundert Jahre gewachsen, Sie ist nicht einfach kopierbar. Aber: Die Weltwirtschaft ist heute sehr volantil und Industrie 4.0 die Herausforderung. Daher: Wir dürfen uns nicht zurücklehnen!“.
Quelle: http://www.wuerzburgerleben.de/2015/01/16/mm-maschinenmarkt-feiert-sein-120jaehriges-jubilaeum/

Resultat und Versuch: Aufruf zur Gründung: Bündnis „Zukunft der Industrie“ durch:

  • Ulrich Grillo Präsident Bundesverband der Deutschen Industrie
  • Sigmar Gabriel Bundesminister für Wirtschaft und Energie
  • Detlef Wetzel 1. Vorsitzender IG Metall

Zum Nachschlagen und nachlesen / PDF Download (externer Server): http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/A/aufruf-zur-gruendung-buendnis-zukunft-der-industrie,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

 


Technische Kommunikation und menschliche Arbeit im Wandel 

 

Internet der Dinge, Big Data und Industrie 4.0

 

Eine sehr flexible Produktion und Logistik ermöglicht es, Produkte immer individueller zu gestalten. Kunden sowie Geschäftspartner werden unmittelbar in die Geschäfts- und Produktionsprozesse einbezogen. Die Begriffe hybride Produktion und hybride Produkte steht für eine Verknüpfung von hochwertigen wissensintensiven Dienstleitungen mit Produkt und Produktion.

 


Internet der Dinge + Industrie 4.0 = Big Data?

 

Es ist nicht nur der Kühlschrank der Milch und Butter bestellt, sondern viel mehr das Werkstück, das Anforderungen an Arbeitsprozess und Werkzeug zielgerichtet kommuniziert, oder die Maschine die Wartungsarbeiten anhand von Nutzung und Verschleiß beim Service Provider selbstständig anfordert, was in meinem Fokus der Moderation und Beratung steht.

Hier treffen das „Internet der Dinge“ und „Big Data“ aufeinander, denn auf Sensoren basierende Logik und Intelligenz erzeugen eine rasante Datenflut. Beides fordert effiziente IT-Lösungen. Industrie 4.0 und komputerbasierte Logik bedingen sich und gehen Hand in Hand. Dabei fordern die sensiblen Informationen hohe Sicherheitsanforderungen in der Erfassung, Weiterleitung und Verarbeitung. Sogar ein Top Thema für den Mittelstand, denn auch die normale Webseite und die E-Mailkommunikation sind heute Sicherheitsrelevante Kenngrößen im Arbeitsprozess.

 


Mitarbeiter in den Wandel einbeziehen

 

Noch ein Thema für den Mittelstand: Doch auch auf die Anforderungen und das Verhalten der Beschäftigten haben die Änderungen einen massiven Einfluss. Industrie 4.0 wird von einem Wandel von Struktur und Organisation der Arbeit begleitet. Es ist nur mit einer gut informierten und eingebundenen Belegschaft zu schaffen. Ich empfehle und setze auf eine gute interne Kommunikation und ein aktives Einbinden von Anfang an.

 


Zur Vollständigkeit: Das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) fördert die Entwicklung und Wissensvermittlung z.B. mit dem Technologieprogramm „AUTONOMIK für die Industrie 4.0 – Produktion, Produkte, Dienste im multidimensionalen Internet der Zukunft“.

Publikationen:

Basierend auf Ergebnissen der Begleitforschung zum Technologieprogramm „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ ist das Buch „Zukunft der Arbeit in Industrie 4.0“ erschienen. Unterschiedliche Experten setzen sich mit neuen Perspektiven und offenen Fragen auseinander. Sie machen deutlich, dass technische Neuerungen und Möglichkeiten nur einen Teil des Fortschritts ausmachen, es im Wesentlichen aber um die Menschen und ihre Organisationen geht.

 


 

Weiterlesen: Definitionen und Leistungsangebot zu Festigung, Erhalt und Steigerung der Marktchancen mit Industrie 4.0 Produkten und Leistungen (Link: http://fels-oder-brandung.de/unternehmenskommunikation/industrie-4-0-definition-und-einsatz/)

Berlin, 20.01.2015
Ralf Hasford autorisierter Berater der Offensive Mittelstand